Platzverweis provoziert - Pauli-Star mit Liebes-Bekenntnis für Olise-Opfer
Für Bayerns Sportvorstand Max Eberl (53) spielte Zlatko Tripic (33) „wie ein Drecksack!“ Der Kapitän von Viking Stavanger nervte Münchens Michael Olise (24) in der Champions League so lange, bis der ihm nach einem Duell den Ball ins Gesicht warf und vom Platz flog. Die Norweger trafen in der Nachspielzeit zum 3:3 . „Es ist großartig, dass ein Spieler, der höchstwahrscheinlich den Ballon d’Or gewinnen wird, sich von einem Jungen aus Lyngdal ein wenig aus der Ruhe bringen lässt und ärgert“, feierte sich Tripic nach der Partie.
Beim FC St. Pauli hat Mathias Rasmussen (28) ein Grinsen im Gesicht. „Mein Freund Zlatko ist neben dem Platz ein richtig guter Typ. Auf dem Spielfeld nutzt er alle Tricks, die er anwenden kann. Solange er dafür keine Rote Karte bekommt, ist alles fein. Das mag vielleicht nicht jeder. Aber wenn du ihn in deinem Team hast, liebst du ihn“, macht Rasmussen klar.
Der wilde Tripic und der ruhige Rasmussen kommen aus dem 11.000-Einwohner-Ort Lyngdal, kickten in der Kindheit für den örtlichen Klub. „Ich habe ihm noch keine Nachricht geschickt, aber wenn ich ihn treffe, werden wir sicher darüber reden“, verrät Rasmussen. Der Mittelfeldspieler ist ein ganz anderer Typ. „Ich bin nicht so der Anführer, ich rede nicht so viel. Ich bin jemand, der die kleinen Dinge anspricht, die ihm auffallen, um zu helfen. Ich setze Dinge richtig um und führe damit. Aber ich bin nicht der geborene Leader.“
In seine Rolle auf dem Platz wächst er bei St. Pauli immer besser rein. Als Sechser oder als Achter. Er sagt: „Es ist lange her, dass ich so viele Spiele am Stück gemacht habe. Mir fehlte das Vertrauen.“ Bevor er im Winter von Union Saint-Gilloise (1. Liga Belgien) zu St. Pauli kam, hatte er von 28 Spielen nur fünf über 90 Minuten gemacht. In dieser Zweitliga -Saison stand er in allen Partien in der Startelf.
Rasmussen: „Ich bin jetzt an einem Punkt, wo ich mehr Initiative zeigen kann. Ich war manchmal zu defensiv. Ich versuche, das Spiel in der Offensive mehr zu beeinflussen und mehr kreative Pässe zu spielen.“ Auf seinen letzten drei Stationen (Brann Bergen, Nordsjaelland, St. Gilloise) schoss er 40 Tore, bereitete genauso viele vor. Bei St. Pauli steht überall die Null.
Am Samstag (20.30 Uhr) kommt es zum Nord-Duell bei Hannover 96 . Zeit für sein erstes Tor? „Auf jeden Fall. Ich hatte schon ein paar Chancen, aber ich hatte nicht genug. Das ist meine eigene Schuld. Es wird Zeit für ein Tor. Und einen Auswärtssieg.“ Nach holprigem Liga-Start holte St. Pauli zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen. Rasmussen traut dem Kiez-Klub noch einiges zu. „Ich sehe uns als ein Team, das zum Top-Bereich gehört. Ob es die Top 2 oder die Top 6 sind, kann ich noch nicht sagen. Aber ich sehe definitiv unser Potenzial, dort stehen zu können.“
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