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Spezialchemiekonzern: Altana investiert in der Heimat

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Spezialchemiekonzern: Altana investiert in der Heimat

Am Aufbau der Infrastruktur für die Künstliche Intelligenz verdienen viele mit, ob Baukonzerne, Energieunternehmen, Chiphersteller oder Rechenzentrumsausrüster: Wenn die großen amerikanischen Technologiekonzerne riesige KI-Fabriken errichten, bringt das sogar Impulse für einen Spezialchemiekonzern aus Wesel am Niederrhein.

Altana stellt unter anderem Isolations- und Schutzmaterialien für Transformatoren und andere Energieinfrastruktur her. Und gutes Wärmemanagement spart schließlich Stromkosten. „Im Bereich der Elektroisolation sind wir seit mehr als zwanzig Jahren führend. Da lag mal ein starker Fokus auf dem E-Auto, dann wurden Batteriespeicher bedeutender, jetzt sind es die KI-Rechenzentren“, sagt Stefan Genten, der im Vorstand von Altana die Finanzen verantwortet, im Gespräch mit der F.A.Z. „Die nächste Entwicklung könnte darin liegen, wie KI in industrielle Prozesse übersetzt wird.“

Sieben Prozent vom Umsatz investiert der Weseler Spezialchemiekonzern jedes Jahr in Forschung und Entwicklung, was über dem Branchendurchschnitt liegt. Zum Halbjahr erlöste Altana rund 1,7 Milliarden Euro, was 3,1 Prozent mehr war als im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 14,4 Prozent zu auf 332 Millionen Euro.

Der größte Einzelmarkt sind die Vereinigten Staaten, in denen Altana rund ein Fünftel des Umsatzes erzielt. Global verteilt sich das Portfolio aber recht ausgeglichen auf Amerika, Europa und Asien mit jeweils gut einem Drittel Umsatzanteil. „Wir wollen weiterhin sehr kundennah und dort präsent sein, wo die Wachstumsmärkte sind. Das hilft uns auch in Zeiten wie diesen, in denen Altana weniger krisenanfällig ist als andere“, sagt Genten.

Das Unternehmen ist zwar deutlich kleiner als Konkurrenten wie Evonik und Lanxess, doch noch spezialisierter. „Wir machen echte Spezialchemie und konzentrieren uns auf Produkte, die Kunden einen messbaren Mehrwert geben. Wenn Kunden diesen Mehrwert spüren, fragen sie unsere Produkte auch nach, wenn die geopolitische Lage schlechter ist“, betont Genten. Gleichwohl kann sich auch Altana nicht entkoppeln von der wirtschaftlichen Gesamtlage. In den Ergebnissen zeigt sich auch, dass Kunden aus einer Verunsicherung heraus ihre Läger befüllt haben – und zwar vor allem mit höherwertigen Produkten.

„Ungewissheit ist die neue Normalität. Wer sich auf Volatilität eingestellt hat, kommt aus dem permanenten Krisenmodus raus“, sagt Genten. Gleichwohl wirkt sich Unsicherheit auf die Investitionen der Kunden aus und kann in der Folge auch die Nachfrage schwächen. Die Prognose für das Jahr bestätigt Altana aber. Grundsätzlich sieht Finanzvorstand Genten das Unternehmen in einer sehr soliden Finanzposition. Anders als in anderen Chemiekonzernen laufen auch keine Personalabbauprogramme.

Auch wenn die Chemieindustrie derzeit eine Sonderkonjunktur spürt, weil die Konkurrenz aus Asien von den Verwerfungen der Lieferketten durch die Krise im Nahen Osten stärker betroffen ist, bleibt die Lage in der Branche angespannt.

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