Freihandel: EU stoppt Fleischimporte aus Brasilien wegen Antibiotikaregeln
Die Europäische Union setzt ab Donnerstag die Einfuhr von Fleisch und anderen tierischen Produkten aus Brasilien aus. Das Land habe bislang keine ausreichenden Garantien dafür vorgelegt, dass seine Produkte die EU-Vorgaben zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung erfüllten, teilte die EU-Kommission mit. Betroffen von dem Einfuhrstopp sind unter anderem Rind- und Geflügelfleisch sowie Honig.
Die EU arbeite eng mit den brasilianischen Behörden zusammen, um die Einhaltung der Vorgaben sicherzustellen, sagte eine Sprecherin der Kommission gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Sobald diese nachgewiesen sei, könnten die Exporte wieder aufgenommen werden. Einen Zeitplan dafür nannte die Kommission nicht.
Für Geflügel und Honig läuft derzeit eine Überprüfung, die am Freitag abgeschlossen werden soll. Fällt sie positiv aus und stimmen die EU-Staaten zu, könnten Geflügelexporte aus Brasilien nach Angaben der Kommission innerhalb weniger Wochen wieder zugelassen werden. Bei Rindfleisch könnte es wegen der längeren Produktionszyklen länger dauern.
Die EU verbietet den Einsatz von Antibiotika in der Vieh- und Geflügelzucht zur Wachstumsförderung oder reinen Ertragssteigerung. Tiere dürfen zudem nicht mit bestimmten Medikamenten behandelt werden, die für Menschen vorbehalten sind. Bereits im Mai hatte Brasilien nicht ausreichend dargelegt, dass es diese Vorgaben einhält.
Der Einfuhrstopp fällt in eine politisch heikle Phase: Das Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay trat Anfang Mai vorläufig in Kraft . Fleischimporte aus Südamerika hatten insbesondere in Frankreich große Proteste von Landwirten ausgelöst.
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