Erstes Treffen der "Mekka-Allianz": Eine neue Ordnung im Nahen Osten
Erstes Treffen der "Mekka-Allianz" Eine neue Ordnung im Nahen Osten Stand: 01.09.2026 • 14:42 Uhr
Die USA verabschieden sich als Ordnungsmacht in Nahost. Um das Vakuum nicht anderen zu überlassen, haben die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan eine neue Allianz gegründet. Nun kam sie zum ersten Mal zusammen.
Das neue Bündnis hat jetzt einen offiziellen Namen: Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan schließen sich zur "Mekka-Verteidigungsallianz" zusammen, erklärte der türkische Außenminister Hakan Fidan am Montag in Istanbul.
In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad soll ein Sekretariat entstehen, der erste Generalsekretär soll ein pakistanischer Vertreter werden. Was genau die drei Staaten in ihrem Abkommen, das die Staats- und Regierungschef Anfang August in Mekka unterzeichneten, vereinbart haben, ist aber nach wie vor nicht bekannt.
Mit einer Ausnahme: Pakistan, Saudi-Arabien und die Türkei wollen künftig einen Angriff auf einen der Vertragspartner als Angriff auf alle werten. Es ist eine Klausel, wie man sie aus der NATO kennt, wobei in beiden Fällen der Angriffsfall nicht direkt die Entsendung von Truppen durch die Vertragspartner bedeuten muss.
Das dürfte aber wohl die einzige Gemeinsamkeit der beiden Allianzen sein, meint Riccardo Gasco, Experte für türkische Außenpolitik am Istanbul Political Research Institute (IstanPol). Seiner Ansicht nach handelt es sich bei der Mekka-Verteidigungsallianz gar nicht um ein Bündnis, sondern um "eine Interessenausrichtung". Es entstünde gerade nicht etwas, "das der NATO ähneln kann".
Jeder Angriff auf eines der Länder soll demnach nun als Angriff auf alle drei Bündnispartner gelten. mehr
Zwar unterscheiden sich die Sicherheitsinteressen der drei Staaten im Detail, aber vor allem die Türkei und Saudi-Arabien teilen eine entscheidende Auffassung: Die USA sind nicht mehr die Ordnungsmacht im Nahen Osten.
Es soll kein Machtvakuum entstehen, in das ein möglicher neuer Hegemon wie Israel oder Iran stoßen könnte. Auch Saudi-Arabien ist im Iran-Krieg immer wieder Ziel iranischer Raketen und Drohnen. Die US-amerikanischen Basen im Land erscheinen immer weniger als Schutzschirm, sondern eher als Sicherheitsrisiko.
Die Türkei betrachtet das Vorgehen Israels in der Region, insbesondere in Syrien, als wachsende Bedrohung. Pakistan wiederum kann politische Rückendeckung gegenüber Indien brauchen, sowie wirtschaftliche Unterstützung aus Saudi-Arabien.
US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu hatten auf einen Durchmarsch im Iran-Krieg gesetzt. mehr
Dass die Türkei durch die NATO bereits Teil eines Verteidigungsbündnisses ist, sei kein Widerspruch, so Außenminister Fidan. Es handele sich beim Mekka-Pakt um eine "Ergänzung zu diesen bestehenden Verpflichtungen und Strukturen".
"Die NATO und der Mekka-Pakt dienen der Türkei für unterschiedliche Zwecke", erklärt Experte Gasco. Die NATO bleibe für die Regierung in Ankara, die erst kürzlich ein Gipfeltreffen veranstaltet hat, die Basis der Verteidigung im Euro-Atlantischen-Raum.
Das Bündnis sei aber "nicht wirklich dafür gemacht worden, jede Krise am Golf, am Roten Meer, am Horn von Afrika oder in Südasien zu managen", so Gasco.
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