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Sprengvorrichtung an Umspannwerk in Brandenburg gefunden

Tagesschau (ARD) ·
Sprengvorrichtung an Umspannwerk in Brandenburg gefunden

Nahe Kraftwerk Jänschwalde Sprengvorrichtung an Umspannwerk in Brandenburg gefunden Stand: 01.09.2026 • 16:20 Uhr

In Brandenburg sind in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde Sprengvorrichtungen gefunden worden. Laut Ministerpräsident Woidke war es ein "Anschlagsversuch" auf die Stromversorgung. Die Hintergründe sind noch unklar.

Am Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg sind Sprengvorrichtungen gefunden worden. Dort wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt.

Die Polizei teilte mit, es sei heute gegen 8.00 Uhr eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt worden. Eine Polizeisprecherin sagte, es handele sich um eine "unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung". Die Polizei nehme den Vorfall sehr ernst.

Das Landeskriminalamt (LKA) hat inzwischen die Ermittlungen übernommen. Die Sprecherin widersprach vorherigen Berichten über den Einsatz von Raketen. "Wir reden hier nicht von Raketen", erklärte sie.

Die Märkische Allgemeine hatte berichtet, Einsatzkräfte vor Ort hätten mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden und diese entschärft. Dem Blatt liege ein Foto vor, das eine solche Vorrichtung unklarer, mutmaßlich selbstgebauter Machart zeigen soll.

Der Netzbetreiber 50Hertz teilte inzwischen ebenfalls mit, es habe sich um eine Art Silvesterraketen gehandelt: "Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähnelt". Vor Ort seien weitere, noch nicht gestartete Flugkörper gefunden.

Das Energieunternehmen LEAG, das das Kraftwerk betreibt, geht von einem Anschlag aus. Am Morgen sei ein Anschlag auf das Umspannwerk verübt worden, "über welches der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Übertragungsnetz von 50Hertz eingespeist wird", teilte ein Sprecher mit. "In der Folge kam es zu einem technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk." Ein Zusammenhang werde geprüft.

Auf die Frage, ob es sich um einen mutmaßlichen Anschlag handelt, sagte eine Polizeisprecherin: "Das müssen die Ermittlungen zeigen."

Wie der Netzbetreiber 50Hertz dem rbb mitteilte, war die allgemeine Stromversorgung trotz des Vorfalls nicht unterbrochen. Es habe eine kurzzeitige Leitungsunterbrechung gegeben, mittlerweile seien aber alle Leitungen wieder in Betrieb.

Am Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind Sprengvorrichtungen gefunden worden. mehr

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke verurteilte den "Anschlagsversuch". Die "besorgniserregend hohe Frequenz" derartiger Vorfälle zeige, "dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen", erklärte der SPD-Politiker.

Auch Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach wertete den Vorfall als Anschlagsversuch. "Der Anschlag auf die Infrastruktur in Jänschwalde ist ein Angriff auf die Sicherheit und die Lebensgrundlagen der Menschen in Brandenburg und darüber hinaus", sagte er.

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