Alles da, außer GTA: Was man zur Gamescom wissen sollte
Die Videospiel-Branche präsentiert sich auf der Gamescom - 350.000 Besucher werden bis Sonntag erwartet. Allerdings fehlt ausgerechnet das Spiel, über das am meisten geredet wird.
" Grand Theft Auto 6 !" Wer Besucher der Gamescom fragt, welches das Videospiel des Jahres werden wird, bekommt nur selten eine andere Antwort. Seit Jahren wird kaum ein Titel so sehnsüchtig erwartet wie dieser. Doch obwohl das Spiel schon am 19. November, also in knapp drei Monaten erscheint, wird es nicht auf der Gamescom gezeigt. Es ist nicht mal im Business-Bereich zu sehen.
Trotzdem sei das neue Grand Theft Auto "klar das beherrschende Thema", so Petra Fröhlich, Chefredakteurin beim Branchendienst GamesWirtschaft. Fast keine anderen Firmen wagen es, ihre Produkte in dem gleichen Zeitfenster auf den Markt zu werfen. "Alle relevanten Konsolen-Titel des Weihnachtsgeschäfts erscheinen im September oder Oktober - oder werden gleich auf Anfang 2027 verschoben," so Fröhlich.
GTA6 dürfte selbst nach konservativen Schätzungen bisherige Verkaufsrekorde für Unterhaltungsprodukte aller Art deutlich übertreffen. Dass ein einziges Videospiel wie ein schwarzes Loch den ganzen Markt verzerrt, liegt sicherlich auch an der beispiellosen Konsolidierung in der Branche. Petra Fröhlich erklärt:
In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche kleinere Studios geschluckt und weltweit zehntausende Stellen abgebaut. Dazu kommt, dass sich die Kosten für einige Computerbauteile kürzlich verdoppelt haben; die gängigen Spielkonsolen kosten deshalb inzwischen rund 100 Euro mehr als noch vor einem Jahr.
Diese Entwicklung trifft die Firmen und Endkonsumenten gleichermaßen. "Auch deutsche Studios haben Schwierigkeiten, einen geeigneten Publisher oder Vertrieb zu finden," sagt Fröhlich. "Ein Grund: Es gibt auf allen Plattformen ein massives Überangebot - während Dauerbrenner weiterhin stark nachgefragt sind."
Ivan Mirkovikj kann das bestätigen. Er ist Gründer und Chef von Elysium Game Studio, einem Berliner Entwickler mit aktuell 13 Mitarbeitern.
Seit 2021 basteln sie bereits an "Neo Berlin 2087", einem düsteren Detektiv-Spiel in einer Cyberpunk-Welt. Lange haben sie nach einem Verlag für das Projekt gesucht und nach Fördergeldern - und beides endlich gefunden. "Der Weg war unglaublich steinig," sagt Ivan Mirkovikj. "Es sind sehr schwierige Zeiten."
So auch in seinem Spiel. In der Story von "Neo Berlin 2087" wurde die deutsche Hauptstadt im Dritten Weltkrieg teilweise zerstört und neu aufgebaut. Auch die Berliner Mauer wurde wieder errichtet, als Schutzwall gegen gigantische Slums außerhalb der Stadt. "Der Fernsehturm wurde neu gebaut, als Mega-Hotel," beschreibt Mirkovikj das Szenario. "Kein Normalo kann sich da mehr die Miete leisten, was ja heute schon der Fall ist in Berlin."
Andere Spiele sollen sogar ganz explizit politische Bildung vermitteln. Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt auf der Messe mit "Soko 1977" das erste Videospiel vor, das sie komplett finanziert hat, mit insgesamt einer halben Million Euro.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zdf.de — der Inhalt gehört ZDFheute.