Bei den US Open - Deutsche Tennis-Überraschung!
Sie ist immer wieder für einen Paukenschlag gut! Tatjana Maria (39) kann auch im hohen Tennis-Alter noch Weltklassespielerinnen besiegen. Bei den US Open in New York steht die Schwäbin aus Bad Saulgau in der 2. Runde. Sie gewinnt gegen die Lettin Jelena Ostapenko (29) 4:6, 6:1, 6:2 und trifft nun am Donnerstag auf die Tschechin Nikola Bartunkova (20). Die Partie gegen Ostapenko war am Dienstag wegen Regens zweimal unterbrochen und am Mittwochabend deutscher Zeit fortgesetzt worden.
Maria, aktuell die Nummer 83, geht gegen die French-Open-Siegerin von 2017 als Außenseiterin ins Spiel. Nachdem sie am Dienstag nach verlorenem ersten Satz den zweiten in überragender Manier 6:1 gewonnen hat, kommen ihr die Regenpause und die Verlegung auf den nächsten Tag eigentlich ungelegen. Doch mit ihrer Erfahrung aus über 20 Jahren Profitennis macht ihr das nichts aus. „Alle drei Anfänge fand ich sehr hart, weil sie jedes Mal sehr aggressiv durchgestartet ist. Klar, nach dem 6:1 hätte ich gern weitergespielt, aber man muss es so nehmen, wie es ist“, sagt Maria.
Sie knüpft im dritten Satz nahtlos an die Leistung vom Vortag an und landet ein zeitiges Break. Auf der Tribüne ist wie gewohnt die Familie mit dabei. Ehemann und Trainer Charles-Edouard Maria (52) sowieso, dazu die Töchter Charlotte (12) und Cecilia (4). Außerdem schauen Bundestrainer Torben Beltz (49) und sein Männer-Kollege Michael Kohlmann (52) zu. Alle sehen, dass Ostapenko, inzwischen die Nummer 32 der Welt, Lichtjahre von ihrer Bestform entfernt ist. Sage und schreibe 59 leichte Fehler produziert sie, Mama Maria nur deren 13. Das ist der Sieg.
Gegen die Slice-Königin der Tennis-Szene, die 2022 im Halbfinale von Wimbledon stand, ist Ostapenko auch im dritten Aufeinandertreffen die Verliererin. „Ich wusste, dass ich noch nie verloren habe. Aber ich wusste auch, dass sie unbedingt gegen mich gewinnen will. Das ist einfach auch ein mentales Spiel gegen sie“, sagt Maria.
Am Mittag hat sie noch mit Tochter Charlotte trainiert, mit der sie in zwei Jahren Doppel auf der WTA-Tour spielen will. Weil die Kleine New York nicht mag, wohnt die Familie neben der Anlage. „Wir sind wirklich in fünf Minuten im Hotel, was mir bei den Regenunterbrechungen geholfen hat.“ Manhattan vermisst sie dabei nicht. „Wir haben Freunde hier, die wir dort zweimal besucht haben. Aber Charlotte hat Angst in den Straßen dort. Da sind einige komische Menschen. Da hatten wir vergangenes Jahr ein Erlebnis, das nicht so schön war und deshalb bleiben wir in Queens“, sagt Maria.
Nun folgt mit Bartunkova die nächste Gegnerin aus den Top 40. Die Tschechin ist die Nummer 34 und alles andere als unschlagbar. In der 3. Runde, die Maria zum ersten Mal in Flushing Meadows erreichen würde, könnte dann ein Kracher warten: ein deutsches Duell gegen Eva Lys (24) oder es geht gegen die Weltranglisten-Fünfte Mirra Andreeva (19/Russland).
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