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Deutschland

280 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs - Deutsche Pharma-Firma macht nach Insolvenz dicht

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280 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs - Deutsche Pharma-Firma macht nach Insolvenz dicht

Illertissen (Bayern) – Bis zuletzt hatten die 280 Mitarbeiter in dem Werk in Mittelschwaben gehofft, doch dann kam die Hiobsbotschaft: Der traditionsreiche Arzneimittel-Hersteller R-Pharm Germany ist nicht mehr zu retten, die Produktion wird stillgelegt. Nach BILD-Informationen flossen Tränen, als ihnen in dieser Woche das Aus verkündet wurde.

Der Standort im kleinen Illertissen (rund 18.400 Einwohner) in Bayern ist seit 2014 ein Ableger des russischen Mutterkonzerns. Allerdings hätten sich seit den EU-Sanktionen und russischen Gegenmaßnahmen nach den Angriffen auf die Ukraine immer mehr Geschäftspartner zurückgezogen, bestätigt Insolvenzverwalter Markus Fröhlich auf BILD-Anfrage.

Der Rechtsanwalt erklärt: „Dies führte dazu, dass das hochmoderne Produktionswerk nicht mehr ausgelastet war. Waren es zu Hochzeiten bis zu rund 1000 Beschäftigte , die bei dem Arzneimittel-Hersteller arbeiteten, so waren es zuletzt nur noch rund 280 Beschäftigte. Auftragsmangel, hohe Personal-, Rohstoff- und Energiekosten führten letztlich zu dem Insolvenzantrag .“ Der wurde im März beim Amtsgericht Neu-Ulm gestellt, danach begann die Investorensuche.

Zunächst aussichtsreich: Denn der Arzneimittel-Hersteller blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1849 zurückreicht. Der Unternehmer Heinrich Mack aus Ulm stellte damals Seifen und populäre Drogerieartikel her. Bis in die Nachkriegszeit war das u. a. als Badezusatz verbreitete „Kaiser Borax“ sehr beliebt. In den 70er Jahren hatte der US-Konzern Pfizer das Werk übernommen und vor zwölf Jahren an eines der größten Pharma-Unternehmen in Russland (gegründet 2001) mit Hauptsitz in Moskau verkauft.

Das Werk prägte seitdem unter dem Namen R-Pharm Germany den Standort. Das machte das Aus eines der wichtigsten Arbeitgeber der Region für die Mitarbeiter noch schmerzhafter. Als Lohnfertiger hatte das Unternehmen vor der Insolvenz Pfizer-Präparate (darunter gegen Krebs), aber auch andere Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel für andere internationale Pharmafirmen entwickelt, hergestellt und verpackt sowie international versandt.

Dabei hatte es durchaus Übernahmekandidaten gegeben, doch die Finanzierung war unsicher. Insolvenzverwalter Fröhlich: „Mit den beiden zuletzt noch beteiligten Interessenten konnte keine Vereinbarung über eine gesicherte Übernahme erzielt werden.“ Die Betriebsstilllegung folgte.

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