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Serbischer Justizminister: Mladic wird Staatsehren erhalten

ZDFheute ·
Serbischer Justizminister: Mladic wird Staatsehren erhalten

Der Kriegsverbrecher Ratko Mladic soll mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Das sagt Serbiens Justizminister. Präsident Vucic bestätigt ein Staatsbegräbnis bislang nicht.

Der verstorbene bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladic soll in Serbien mit militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werden. Der frühere Armeechef der bosnischen Serben werde "alle militärischen und staatlichen Ehren erhalten, auf die er Anspruch hat", sagte der serbische Justizminister Nenad Vujic dem Radiosender K1.

Mladic war am Donnerstag in einem Krankenhaus in Den Haag gestorben. Dort verbüßte er nach einer Verurteilung durch den Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges von 1992 bis 1995.

Wann sein Leichnam von den niederländischen Behörden übergeben wird, war zunächst unklar. Serbische Vertreter seien bereit, nach Den Haag zu reisen, sobald die nächsten Schritte feststünden, sagte Justizminister Vujic.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic versprach Mladics Angehörigen die Hilfe der serbischen Regierung, sollte es ihr Wunsch sein, dass Mladic in Serbien bestattet werde. Er bestätigte jedoch nicht, dass Mladic ein Staatsbegräbnis bekommen werde.

Mladic litt seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen und hatte zuletzt mehrere Schlaganfälle erlitten. Seine Familie und die serbischen Behörden hatten sich bis zuletzt für eine Verlegung in ein Militärkrankenhaus in Belgrad eingesetzt.

Der für die Restaufgaben der UN-Tribunale zuständige internationale Mechanismus (IRMTC) lehnte dies ab. Mladics Sohn Darko hatte deshalb wenige Tage vor dem Tod seines Vaters von einem "stillen Mord" gesprochen. Serbiens Präsident Vucic warf dem UN-Gericht am Freitag "unzivilisiertes Verhalten" vor, weil es Mladic nicht vorzeitig aus der Haft entlassen habe.

Mladics Name ist untrennbar mit dem Genozid von Srebrenica im Juli 1995 verbunden. Bosnisch-serbische Truppen unter seinem Kommando stürmten die UN-Schutzzone und ermordeten rund 8.000 muslimische Männer und Jungen. Ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt, viele später umgebettet, um die Verbrechen zu vertuschen. Der Massenmord gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Sowohl der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) als auch der Internationale Gerichtshof (IGH) haben Srebrenica rechtlich als Völkermord anerkannt. Grundlage dafür war die gezielte Ermordung eines Teils der bosniakischen Volksgruppe mit dem erklärten Ziel, sie dauerhaft aus der Region zu eliminieren. Im Rahmen der juristischen Aufarbeitung wurden 20 Angeklagte speziell für Srebrenica vor Gericht gestellt, darunter General Ratko Mladic, der 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, und Radovan Karadzic, der ebenfalls ein lebenslanges Urteil erhielt. Slobodan Milosevic, der damalige serbische Präsident, starb 2006 vor Abschluss seines Prozesses. Insgesamt erhob das Tribunal Anklage gegen 161 Personen, von denen 90 verurteilt wurden.

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