Diplomatischer Eklat: Auf US-Einladung: Russischer Finanzminister bei G20-Treffen
Als das letzte Mal ein Russe beim Finanzministertreffen der G20 sprach, gab es einen Eklat.
Jetzt ist der russische Minister persönlich vor Ort.
Könnte das ein Vorbote sein? Der russische Finanzminister am Tisch, große US-Medien dagegen nicht zugelassen: Das Ministertreffen der G20 -Gruppe führender Industrie- und Schwellenländer in den USA sorgt für Eklats.
Und es lässt vermuten, dass mit US-Präsident Donald Trump als Gastgeber auch der Gipfel der Staats- und Regierungschefs im Dezember in Miami zum diplomatischen Drahtseilakt werden könnte.
Russischer Finanzminister am Tisch Zwei Tage lang wollen die Finanzminister der G20-Staaten in Asheville (North Carolina) diskutieren, wie sie die Wirtschaft wieder in Schwung bringen können.
Erstmals seit Beginn des Ukraine-Kriegs nimmt der russische Finanzminister Anton Siluanow vor Ort an der Runde teil.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) wertete das als „Versuch einer Normalisierung“ durch Gastgeber USA.
Er persönlich sehe gerade überhaupt keinen Grund für eine Entspannung oder Normalisierung des Verhältnisses, betonte der Vizekanzler.
Man hätte den russischen Minister angesichts der Grauen des Kriegs nicht wie einen normalen Gast empfangen dürfen.
Zugleich jedoch machte Klingbeil deutlich: „Russland ist Teil der G20 und dann ist es gut, wenn man diese Dialogmöglichkeit auch hat und wenn es dort klare Worte gibt.“ Es sei wichtig, in internen Gesprächen klare Botschaften zu setzen.
Das habe er auch getan. „Manchmal sind mir diese Treffen zu diplomatisch und deswegen haben meine Worte vielleicht den einen oder die andere da im Raum gerade erschreckt“, sagte er.
Er habe Siluanow „direkt ins Gesicht gesagt, dass die russische Regierung diesen Krieg beenden muss, was die Konsequenzen dieses Krieges sind, dass wir deutlich an der Seite der Ukraine stehen“.
Zuletzt hatte sich Siluanow im April 2022 per Video zum Treffen der Finanzminister zugeschaltet.
Viele westliche Minister verließen aus Protest den Raum, der damalige deutsche Finanzminister Christian Lindner dagegen blieb und antwortete mit der Gruppe der G7-Staaten auf die Rede des Russen.
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