AfD: Abgeordneter erhebt in internem Brief an Weidel schwere Vorwürfe
Seit Wochen tobt ein Machtkampf im AfD-Landesverband Nordrhein-Westfalen. Nun hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Manuel Krauthausen mit einem internen, neunseitigen Brandbrief nachgelegt. An die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichtet, beklagt Krauthausen »interne Brandmauern in NRW«. Das Schreiben liegt dem SPIEGEL vor, auch die »Welt« hatte darüber berichtet.
Krauthausen beklagt in dem Brief eine Lagerbildung im Landesverband. Konkret geht es um eine Spaltung in Nordrhein-Westfalen: Auf der einen Seite steht das Lager von AfD-Landeschef Martin Vincentz, ein Weidel-Gegner. Auf der anderen das Lager um den Dortmunder Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich.
1 Min Zur Merkliste hinzufügen AfD-Machtkampf in Nordrhein-Westfalen: In internen Chats vergleichen sie Weidel mit Merkel Von Fabian Hillebrand 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen NRW-Vorsitzender gegen Spitzenpersonal: AfD-Landeschef Vincentz macht Rückzieher im parteiinternen Machtkampf 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Krauthausen sieht sich zwischen den Lagern und schildert mehrere Fälle, in denen er bedrängt worden sei. So soll Vincentz von ihm gefordert haben, 35 Prozent seines monatlichen Mitarbeiterbudgets zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld sollten laut seiner Darstellung Arbeitsplätze für ausgeschiedene Amts- und Mandatsträger finanziert werden. Vincentz wieß diesen Vorwurf gegenüber »Bild«-Zeitung zurück.
An anderer Stelle wurde ihm nahegelegt, nicht bei Verbänden des Helferich-Lagers aufzutreten. Und er habe seinen Büroleiter entlassen sollen, weil dieser für Helferich geworben habe. An dessen Bürotür soll sogar einen Flyer mit der Aufschrift »Verräter« angebracht worden sein, inklusive KI-generiertem Bild des Büroleiters. Krauthausen hat seinem Brief ein Foto des Flyers beigefügt.
Was im Landesverband geschehe, »widerspricht meinem Verständnis von Anstand, innerparteilichem Umgang und der DNA unserer Partei«, schreibt Krauthausen. Er wolle in der AfD kein Klima, »in dem Misstrauen, Angst oder subtiler Druck an die Stelle einer offenen und kameradschaftlichen Debatte treten«.
Interne Machtkämpfe sind in der AfD und ihren Landesverbänden keine Seltenheit. Über die Jahre hat vor allem das völkische Lager bürgerlichere Parteimitglieder immer weiter an den Rand gedrängt. Beim Parteitag in Erfurt Anfang Juli konnten vor allem Parteichefin Weidel und der Thüringer Landeschef Björn Höcke ihre Macht konsolidieren. Später kam es Nordrhein-Westfalen zum Bruch zwischen Landeschef Vincentz und dem Weidel zugerechneten völkischen Lager von Helferich. Mehr zu den Grabenkämpfen im NRW-Landesverband ordnet Ihnen mein Kollege Fabian Hillebrand hier ein .
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