40.000 Mitarbeiter betroffen - EZB erlaubt Unicredit Übernahme der Commerzbank
Frankfurt – Die italienische Großbank UniCredit hat eine entscheidende Hürde bei der geplanten Übernahme der Commerzbank genommen! Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Italienern erlaubt, ihre Beteiligung an dem Frankfurter Geldhaus auf nahezu 50 Prozent auszubauen. Das teilte UniCredit am Donnerstag mit. Damit rückt eine Übernahme der Commerzbank nach rund zwei Jahren näher.
Konkret hat die EZB genehmigt, dass UniCredit die Beteiligungsschwelle von 30 Prozent überschreiten und ihren Anteil künftig ohne Obergrenze erhöhen darf. Auch die Übernahme der Kontrolle über die Commerzbank wurde von der Bankenaufsicht genehmigt.
UniCredit hatte sich bereits im Sommer über ein öffentliches Tauschangebot Zugriff auf weitere Commerzbank-Aktien gesichert. Für den tatsächlichen Vollzug des Aktientauschs fehlte bislang allerdings die Zustimmung der EZB. Diese liegt nun vor. Die Italiener rechnen damit, dass die noch ausstehenden aufsichtsrechtlichen Verfahren und Bedingungen bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Anschließend soll UniCredit über rund 50 Prozent der Stimmrechte verfügen und die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen können.
Die Mailänder Großbank versucht seit rund zwei Jahren, die Commerzbank zu übernehmen. Im Mai legte sie ein Angebot für sämtliche Aktien des Dax-Konzerns vor und sicherte sich damit Zugriff auf knapp die Hälfte der Anteile – teilweise über komplexe Finanzgeschäfte.
Mit der jetzigen Genehmigung kann UniCredit ihre Beteiligung von bislang knapp 30 auf nahezu 50 Prozent erhöhen. Darüber hinaus darf die Bank weitere Aktien am Markt erwerben oder ein neues Übernahmeangebot vorlegen. Die EZB hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für grenzüberschreitende Bankenfusionen ausgesprochen, um den europäischen Binnenmarkt zu stärken.
In Deutschland stößt die geplante Übernahme seit Beginn auf Widerstand. Der Bund hält selbst gut 13 Prozent der Commerzbank-Aktien und will insbesondere betriebsbedingte Kündigungen verhindern. Denn UniCredit sieht bei einem Zusammenschluss erhebliches Einsparpotenzial: Die Italiener rechnen mit Einsparungen in Milliardenhöhe, auch durch den Abbau Tausender Arbeitsplätze.
Die Commerzbank beschäftigt weltweit rund 40.000 Vollzeitkräfte. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass das Geldhaus als börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt erhalten bleibt und sein Geschäft mit mittelständischen Unternehmen fortführt. Inzwischen führen UniCredit und Commerzbank Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss. Mit der Entscheidung der EZB ist eine der wichtigsten regulatorischen Hürden auf dem Weg zur Übernahme gefallen.
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