Gerhard Feige: Der Bischof, mit dem die AfD zu kämpfen hat
Wenn die AfD den Magdeburger Bischof Gerhard Feige in diesen Tagen persönlich attackiert, wenn sie ihm einen »Katholizismus zum Weglaufen« vorwirft, wenn sie ihn beschuldigt, das Evangelium mit Ideologie zu verwechseln, dann sollte sie wissen: Gerhard Feige hat die Ruhe weg. Er hat sehr früh gelernt, sich nicht einschüchtern zu lassen. Und zu kämpfen.
Es war 1969 in Halle an der Saale, die DDR war sich ihrer noch gewiss, und Feige sollte schriftlich begründen, warum er nicht Mitglied der FDJ werden wollte, der SED-Jugendorganisation. Der Zwölftklässler musste also einen Aufsatz verfassen. Thema: »Die Darstellung meiner Entwicklung«. Feige schrieb, die FDJ wolle laut ihren Statuten in den Herzen der Jugend der DDR leidenschaftlichen Hass gegen den Militarismus und Revanchismus in Westdeutschland wecken. Das widerspreche seinem christlichen Glauben, der ihn lehre, Nächstenliebe zu zeigen. Er trete schon auch gegen Militarismus und Revanchismus ein. »Ich hasse aber nicht die Menschen.«
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