Die besten Sportarten mit 50 sind Radeln und Schwimmen
Mit 30 laufen, mit 50 Rad fahren und mit 60 schwimmen? So einfach lässt sich gesundes Training nicht nach Lebensjahrzehnten einteilen. Studien zeigen gesundheitliche Vorteile für verschiedene Sportarten, eine wissenschaftlich belastbare Rangliste nach Alter gibt es jedoch nicht.
Entscheidender sind Trainingszustand, bisherige Sporterfahrung, Vorerkrankungen, Beschwerden und individuelle Belastbarkeit. Ein trainierter 60-Jähriger kann deshalb körperlich belastbarer sein als ein untrainierter 40-Jähriger.
PD Dr. med. Daniel P. Berthold ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie ärztlicher Leiter des OrthoCenter München . Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle .
Was sich mit zunehmendem Alter verändert, sind weniger die erlaubten Sportarten als die Trainingsschwerpunkte. Ausdauer bleibt wichtig, gleichzeitig gewinnen Kraft, Muskel- und Knochengesundheit sowie später Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit an Bedeutung .
Vorausgesetzt, der Körper wird schrittweise auf die Belastung vorbereitet.
Gerade in diesem Alter steht für viele die Performance im Vordergrund: schneller laufen, schwerer heben, den nächsten Wettkampf schaffen. Sinnvoll ist aber, nicht ausschließlich das zu trainieren, worin man besser werden möchte. Wer viel läuft, profitiert beispielsweise von ergänzendem Krafttraining. Wer überwiegend Kraft trainiert, sollte Ausdauer und Beweglichkeit nicht vernachlässigen.
Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit setzen unterschiedliche körperliche Reize. Eine vielseitige Basis bereitet den Körper auf unterschiedliche Anforderungen vor . Ein häufigeres Problem als das Alter selbst ist dagegen eine zu schnelle Steigerung von Trainingsumfang oder Intensität.
Der Schwerpunkt mit 30: vielseitig trainieren und Belastung kontrolliert aufbauen.
Der 40. Geburtstag ist kein Grund, die Laufschuhe gegen das Fahrrad einzutauschen. Wer beschwerdefrei läuft, Tennis spielt oder andere Sportarten betreibt, kann damit weitermachen.
Was jetzt stärker in den Fokus rücken sollte, ist regelmäßiges Krafttraining . Widerstandstraining unterstützt Muskelmasse und Kraft, die neuromuskuläre Funktion und damit auch die körperliche Leistungsfähigkeit im Alltag.
Das bedeutet nicht, dass man erst ab 40 Krafttraining braucht. Im Gegenteil: Je früher es selbstverständlich zum Training gehört, desto besser. Ab diesem Lebensabschnitt wird es jedoch zunehmend wichtig, nicht ausschließlich auf Ausdauer zu setzen.
Der Schwerpunkt mit 40: Lieblingssport behalten, Ausdauer weitertrainieren und Kraft konsequent ergänzen.
Mit 50 wird die individuelle Situation noch wichtiger . Insbesondere bei Frauen kann diese Lebensphase mit Perimenopause oder Menopause zusammenfallen. In diesem Übergang können sich Muskel- und Knochenmasse sowie Kraft verändern.
Das spricht nicht dafür, den Körper jetzt möglichst zu schonen, sondern dafür, gezielt die richtigen Reize zu setzen.
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