Merkur-Gründer Paul Gauselmann (91) - Deutscher Glücksspielkönig ist tot
Espelkamp (NRW) – Er baute aus einem Einmannbetrieb einen Milliardenkonzern auf und wurde zu einer der prägenden Unternehmer-Persönlichkeiten Deutschlands. Jetzt ist Merkur-Gründer Paul Gauselmann tot. Er starb am 21. August im Alter von 91 Jahren. Das teilte die Merkur Group im ostwestfälischen Espelkamp am Freitag mit.
Nach Angaben des Unternehmens formte Gauselmann aus einem kleinen Betrieb einen international tätigen Konzern mit rund 15.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro. Erst 2024 hatte sich Gauselmann aus der Konzernspitze zurückgezogen. Ganz loslassen konnte er sein Lebenswerk jedoch nicht. In einem Nachruf schreibt sein Unternehmen, er sei noch lange nach seinem Rückzug dienstags und donnerstags ins Büro gekommen, um das Tagesgeschäft zu begleiten.
Bereits 2016 hatte die Familie die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Firmenanteile wurden in die Gauselmann-Familienstiftung eingebracht, die heute alleinige Eigentümerin der Merkur Group ist. Für seine Verdienste wurde Gauselmann mehrfach ausgezeichnet. 2003 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, ein Jahr später die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatregion. Zudem stand er 28 Jahre lang an der Spitze des Verbands der Deutschen Automatenindustrie.
Die Merkur Group betreibt Spielhallen und Spielbanken, entwickelt Glücksspiel-Angebote und ist auch im Sportwetten-Geschäft aktiv. Gauselmann hinterlässt seine Ehefrau, vier Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel.
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