Mondfinsternis: Wie gut kann man das Himmelsspektakel sehen?
Wann und wo ist die partielle Mondfinsternis zu sehen, was sagt der Wetterbericht und sind Spezialbrillen wie zur Sonnenfinsternis nötig? Ein Überblick zum Spektakel heute Nacht.
Am Himmel über Deutschland ist in der Nacht zum Freitag vielerorts eine partielle Mondfinsternis zu beobachten - im Gegensatz zur Sonnenfinsternis ist das grundsätzlich ohne besondere Hilfsmittel möglich. Was man dabei genau beachten sollte, zeigt ein Überblick:
Das Beobachten der Mondfinsternis ist mit bloßem Auge möglich: Eine spezielle Brille brauchen Schaulustige - anders als bei einer Sonnenfinsternis - nicht. Denn bei einer totalen oder partiellen Mondfinsternis befindet sich die Erde zwischen Sonne und Mond - der Mond bewegt sich dabei (teils) in den Kernschatten der Erde. Da der Erdtrabant kein eigenes Licht aussendet, sondern nur Sonnenlicht reflektiert, ist der Blick auf den Vollmond unbedenklich.
Am besten geht eine detailreiche Beobachtung per Fernglas oder mit einem Teleskop; entscheidend ist jedoch ein freier Blick auf den Mond. Allerdings könnten die Bedingungen teils ungünstig sein: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ziehen von Westen Wolken, Schauer und Gewitter heran.
Es sei möglich, dass es hier oder da eine Lücke gebe, sicher sei das aber nicht, sagte DWD-Medienmeteorologe Tobias Reinartz der dpa. Die besten Chancen gebe es voraussichtlich im äußersten Osten Deutschlands sowie im Südosten südlich der Donau - je nachdem, wie rasch sich die Wolken ausbreiteten.
Der Mond tritt um 04:33 Uhr in den Kernschatten der Erde, womit der deutlich sichtbare Teil der Finsternis beginnt. Die maximale Verfinsterung ist um 06:13 Uhr, wenn die Morgendämmerung bereits eingesetzt hat. Am besten beobachtet man frühzeitig den Himmel und überprüft vorab die lokale Monduntergangszeit. Viele Orte, an denen die Sonnenfinsternis gut sichtbar war, sind auch jetzt wieder geeignet: Wichtig ist ein klarer Himmel und freie Sicht auf den Westhorizont.
Obwohl der Mond im Schatten der Erde steht, dringt Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre. Dabei wird ein Teil des Sonnenlichts gebrochen und in die Schattenregion hineingelenkt - der Mond wird kupferrot gefärbt.
Bei der partiellen Mondfinsternis kann ein Teil des Vollmondes möglicherweise ebenfalls rötlich erscheinen - allerdings ist der Effekt bei einer totalen Finsternis deutlich ausgeprägter.
Bei einer Mondfinsternis tritt der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde in den Schatten der Erde ein. Wenn der Mond dabei nicht ganz vom Kernschatten der Erde abgedeckt wird, liegt eine partielle Mondfinsternis vor - so wie am frühen Freitagmorgen, wenn maximal 93 Prozent bedeckt sein werden.
Dass die Mondfinsternis etwa zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis auftritt, kommt oft vor. Beide Phänomene sind Teil der "Finsternis-Saison".
Müsste es nicht eigentlich jeden Monat eine Mondfinsternis geben, wenn der Mond jeden Monat die Erde umkreist? Nein: Die Umlaufbahn des Mondes um die Erde ist im Vergleich zur Umlaufbahn der Erde um die Sonne geneigt. Der Mond kann hinter der Erde sein und wird dennoch beleuchtet.
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