Nach Skandal-Derby in Mannheim - Polizei wehrt sich gegen PETA-Kritik
Mannheim - Jetzt schlägt die Polizei zurück! Nach dem umstrittenen Einsatz beim Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hatte die Tierschutzorganisation Peta Anzeige gegen die Mannheimer Beamten erstattet. Der Vorwurf: unverantwortlicher Einsatz von Polizeihunden und Pferden. Doch das lässt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht auf sich sitzen – und geht nun in die Offensive!
GdP (Gewerkschaft der Polizei) -Vorsitzender Mannheim Thomas Mohr macht gegenüber „Mannheim 24“ eine glasklare Ansage: „Diensthunde und Dienstpferde sind für die Polizei Baden-Württemberg unverzichtbar. Die Tiere haben einen hohen taktischen Einsatzwert und können effektiv, zielgerichtet und an die jeweilige Lage angepasst eingesetzt werden.“
Auf Pferden hätten die Beamten bei hitzigen Großveranstaltungen entscheidende Vorteile: Die erhöhte Sitzposition verschaffe den Polizisten den perfekten Überblick über unruhige Menschenmengen. Zudem lassen sich so laut Mohr Ströme lenken, Räume sichern und Absperrmaßnahmen unterstützen. Der psychologische Effekt sei immens: „Bereits die Präsenz einer Reiterstaffel kann Wirkung entfalten und zur Deeskalation beitragen.“
Eine klare Grenze zieht die Gewerkschaft beim Schutz der Tiere. Dass beim Derby Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe von Polizeipferden einschlugen, ist auch für die Beamten ein absolutes No-Go. Der GdP-Chef schlägt Alarm: „Wenn ein pyrotechnischer Gegenstand unmittelbar neben einem Dienstpferd explodiert, gefährdet das Tier und den Menschen.“
Der Hintergrund des Streits: Beim Skandal-Derby (0:1 n.V.) war es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Polizei stürmte das Spielfeld, drängte die Waldhof-Chaoten zurück in ihren Block – auch mit Pferden und Hunden im dichten Nebel der Pyrotechnik. Unglaublich: Ein Bengalo explodierte direkt neben einem der Pferde!
Für Peta war damit eine rote Linie überschritten. Die Kernkritik der Tierschützer gegenüber BILD: „Die Tiere können sich ihren ‚Beruf‘ im Gegensatz zu menschlichen Einsatzkräften nicht aussuchen.“ Pferde und Hunde hätten bei derartigen Hochrisikospielen, bei denen der Einsatz von Pyrotechnik einkalkuliert werden müsse, absolut nichts verloren.
Die Organisation machte Ernst und erstattete Anzeige beim zuständigen Veterinäramt Mannheim. Der Vorwurf: Ein klarer Widerspruch zum Tierschutzgesetz. Peta forderte von der Politik ein hartes Durchgreifen und appellierte an Innenminister Manuel Hagel, die berittenen Einheiten in Baden-Württemberg komplett abzuschaffen.
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