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Kultur

Karen Mulder über ihr dunkelstes Kapitel - Supermodel nach 20 Jahren wieder aufgetaucht

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Karen Mulder über ihr dunkelstes Kapitel - Supermodel nach 20 Jahren wieder aufgetaucht

Paris (Frankreich) – Sie war eines der erfolgreichsten Models der Welt, lief für Versace und Valentino und gehörte zu den ersten „Victoria’s Secret“-Engeln. Dann verschwand Karen Mulder (57) für rund 20 Jahre aus dem Rampenlicht. Jetzt ist das niederländische Supermodel zurück. Mulder ziert die September-Ausgabe der deutschen „Vogue“ – und spricht über das dunkelste Kapitel ihres Lebens: die Missbrauchsvorwürfe, die sie vor vielen Jahren gegen Männer aus der Modebranche erhob.

Bei der Aufzeichnung der französischen Talkshow „Tout le monde en parle“ sprach die damals 32-Jährige im Jahr 2001 von Missbrauch, Drogen und beruflichem Druck, mit dem junge Models gefügig gemacht worden seien. Der Auftritt wurde nie ausgestrahlt. Moderator Thierry Ardisson (†76) hielt Mulder für unglaubwürdig, ließ die Aufnahmen laut französischen Medien sogar vernichten. Mulder wiederholte ihre Anschuldigungen später gegenüber dem französischen Magazin „VSD“ und sagte bei der Polizei aus.

Zu den Beschuldigten gehörte auch der damalige Elite-Europe-Chef Gérald Marie (76). Mulder war selbst jahrelang bei der mächtigen Modelagentur unter Vertrag. Marie wurde später auch von mehreren anderen ehemaligen Models der Vergewaltigung und sexueller Übergriffe beschuldigt. Er wies diese Vorwürfe zurück. Die französischen Ermittlungen wurden 2023 wegen Verjährung eingestellt.

Wenige Tage nach der TV-Aufzeichnung wurde Mulder in eine psychiatrische Einrichtung in Paris eingewiesen. Nach mehreren Monaten verließ sie die Klinik und sagte anschließend der Polizei, ihre Anschuldigungen seien erfunden gewesen.

Nicht einmal ein Jahr später wurde sie laut damaligen Medienberichten nach einer Überdosis Schlaftabletten von ihrem Exfreund bewusstlos aufgefunden. Die Modebranche wandte sich zunehmend von ihr ab. Jetzt spricht Karen Mulder über die wohl schwerste Zeit ihres Lebens.

Sie sagt gegenüber „Vogue“, sie sei damals „weggesperrt“ und „mundtot“ gemacht worden. Vor allem aber sagt sie über ihren damaligen Widerruf: „Ich wurde gezwungen, zu sagen, ich hätte alles erfunden.“ Wer sie dazu gezwungen haben soll, lässt sie offen. Auch darüber, wie sie die Reaktion auf ihre Vorwürfe damals empfand, spricht Mulder : „Ich dachte, weil ich berühmt bin, würde man mir glauben.“ Stattdessen sei sie für verrückt erklärt worden. „Ich wollte doch nur, dass all diese schlimmen Dinge aufhören, dass Männer nicht länger denken, sie könnten tun und lassen, was sie wollen.“

Nach Jahren fernab des Rampenlichts nimmt Karen Mulder wieder Kontakt zu früheren Weggefährtinnen wie Helena Christensen (57) und Stephanie Seymour (58) auf. Auch mehrere Kreativdirektoren großer Modehäuser wollen laut „Vogue“ wieder mit ihr arbeiten. Für September 2026 ist sogar ein Laufsteg-Comeback im Gespräch.

Karen Mulder sagt: „Ich bin nicht mehr dieselbe Person, die ich einmal war.“ Heute glaube sie, dass der richtige Zeitpunkt gekommen sei, zurückzukehren. Auch ihren Laufsteg-Laufstil von damals habe sie schon getestet. „Ich bin mir sicher, dass ich es noch kann.“

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