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Wenn Buchfiguren antworten - Audible testet neue KI-Funktionen

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Wenn Buchfiguren antworten - Audible testet neue KI-Funktionen

Hörbücher sollen bei Audible künftig mehr können, als Geschichten einfach nur wiederzugeben. Der Anbieter testet mehrere neue Funktionen, die das klassische Hörerlebnis erweitern. Dabei kommt auch generative KI zum Einsatz. Besonders ungewöhnlich: Nutzer sollen sich künftig direkt mit Buchfiguren unterhalten können. Fass mir den Artikel zusammen

Für diese Gespräche führt Audible die Funktion „Interactive Story“ ein. Sie läuft getrennt vom eigentlichen Hörbuch und erzählt parallel eine interaktive Geschichte. Nutzer schreiben ihre Antworten selbst, anschließend reagiert eine KI darauf und setzt die Unterhaltung fort.

Den Anfang macht Bram Stokers „Dracula“. Gesprächspartner ist Renfield, der Diener Draculas. Er verteilt zu Beginn eine Rolle und ein Ziel und beschreibt die Ausgangslage. Danach können Nutzer frei antworten.

Komplett frei soll sich die KI allerdings nicht bewegen. Nach Angaben von Audible sind Persönlichkeit, Ausgangslage und wichtige Wendepunkte vorgegeben. Dennoch produziert die KI Antworten, die nicht aus der literarischen Vorlage stammen. Ob die künstliche Version einer Figur dem Original gerecht wird, dürfte daher eine der entscheidenden Fragen sein. „Interactive Story“ bleibt außerdem ein Zusatz und verändert das eigentliche Hörbuch nicht. Am 5. November soll mit „Exoplanet“ von Benjamin Percy ein weiterer Titel folgen.

Auch der neue „Character Guide“ soll das Zuhören verändern. Die Funktion zeigt, welche Figur gerade spricht, und liefert spoilerfreie Figurenkarten sowie Angaben zu den jeweiligen Sprechern. Zum Start kommt sie unter anderem bei „Dracula“ und George Orwells „1984“ zum Einsatz. Auch „Exoplanet“ soll folgen.

Später sollen Nutzer zusätzlich Fragen zur Produktion stellen können. Wie Audible diese Antworten technisch erzeugt und verhindern will, dass dabei falsche Angaben auftauchen, ist bislang offen. Warum erfinden KI-Assistenten manchmal Fakten?

Mit dem „Visual Explorer“ rückt Audible noch weiter vom reinen Zuhören ab. Passend zur Handlung erscheinen etwa Bilder oder Karten zu Schauplätzen. Damit liefert die Funktion zusätzliche Informationen, verlangt aber auch einen Blick aufs Display. Gerade die Bildschirmunabhängigkeit gehört schließlich zu den praktischen Vorteilen eines Hörbuchs.

Vorerst laufen die neuen Funktionen nur als begrenzter Beta-Test in den USA und Großbritannien und stehen lediglich bei ausgewählten Produktionen bereit. Deutschland soll später dazukommen. Rachel Ghiazza, Chief Content Officer von Audible, kündigte gegenüber dem „ Handelsblatt “ eine Einführung bis Ende 2026 an. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Was sollte ich als Nächstes lesen?

Ob sich die Funktionen durchsetzen, bleibt damit offen. Vor allem die KI-Gespräche verändern das bekannte Prinzip des Hörbuchs deutlich: Statt ausschließlich dem Text eines Autors zuzuhören, entstehen zusätzliche Aussagen durch künstliche Intelligenz. Entscheidend dürfte deshalb auch sein, wie klar Audible diese Grenze kenntlich macht und wie zuverlässig die Figuren innerhalb ihrer vorgesehenen Rolle bleiben.

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