Künstliche Intelligenz: Antragsflut - KI-Modelle fordern Gerichte und Behörden
Bei Gerichten, Behörden und Schlichtungsstellen häufen sich immer mehr Fälle - wohl auch, weil Verbraucher verstärkt KI-Modelle nutzen.
Warum das mittelfristig zu einem Problem werden könnte.
Wer mit Behörden, Dienstleistern oder dem eigenen Arbeitgeber im Streit liegt, hat inzwischen eine starke Verbündete: die Künstliche Intelligenz (KI).
KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Claude erstellen innerhalb weniger Minuten Beschwerden, Einsprüche oder Klageschriften.
Die sogenannten Large Language Models (LLM, auf Deutsch: große Sprachmodelle) nehmen dabei Bezug auf die aktuelle Gesetzeslage und formulieren sprachlich auf hohem Niveau - ganz ohne Anwaltshonorar.
Herausforderung für Behörden Es deutet vieles darauf hin, dass immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher in rechtlichen Auseinandersetzungen oder im Kontakt mit öffentlichen Stellen Hilfe bei den KI-Modellen suchen.
Das könnte insbesondere für Verwaltungsbehörden eine Herausforderung werden.
Sozial- und Arbeitsgerichte sowie Bußgeld- und Schlichtungsstellen verzeichnen seit einiger Zeit ein stark steigendes Fallaufkommen.
Beim Arbeitsgericht Berlin sind den Angaben einer Sprecherin zufolge allein im bisherigen Jahresverlauf mehr als 16.000 Verfahren eingegangen.
Das waren in etwa so viele wie im gesamten Jahr 2024.
Im weiteren Verlauf dürfte die Zahl der Fälle auch die aus dem vergangenen Jahr übersteigen: 2025 gingen bei dem Gericht mehr als 18.600 Verfahren ein.
Bei einem Großteil davon handelte es sich um Kündigungsschutzklagen.
Auch Sozialgerichte verzeichnen mehr Fälle Ob dabei von den klagenden Parteien häufiger KI eingesetzt wird, hat das Arbeitsgericht laut Aussage der Sprecherin nicht genauer untersucht. „Den Kolleginnen und Kollegen fällt jedoch auf, dass sie vermehrt Klageschriften erhalten, die die Nutzung von KI vermuten lassen“, betont sie.
Auch die Sozialgerichte in Deutschland verzeichnen eine deutliche Zunahme an Fällen, wie der deutsche Richterbund vor einigen Wochen bekanntgab.
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