Ausgerechnet gegen KSC - Schließt für sich Preußens Tikvic der Kreis?
Vor exakt 381 Tagen musste Antonio Tikvic (22) den bislang bittersten Rückschlag seiner noch jungen Karriere hinnehmen. Kreuzbandriss gegen Karlsruhe (2:3/2.8.2025) nur acht Minuten nach der Einwechslung. Ausgerechnet in seinem ersten Spiel für die „Adlerträger“. Die Bilder, wie der lange Innenverteidiger (1,98 m) – auf Arzt und Physio gestützt – unter Schmerzen in die Kabine des Wildparkstadions humpelt, sind unvergessen. Und trotzdem für ihn selbst inzwischen abgehakt...
Ausgerechnet gegen den KSC. Schließt sich für Preußens Tikvic der Kreis?
Fakt ist: Der gebürtige Hamburger (Vertrag bis 2028/Marktwert: 700.000 Euro) hat sich nach der Operation mit viel Schweiß und Ehrgeiz durch die monatelange Reha unermüdlich zurückgekämpft. Das „verlorene Jahr“ ist aufgeholt. Passend zur Vorbereitung in die neue Saison kehrte Tikvic ins Mannschaftstraining seiner „Schwarz-Weiß-Grünen“ zurück. Im DFB-Pokalspiel am Freitagabend (21.8./19 Uhr) könnte er womöglich erstmals wieder in die Startelf rutschen. Gegner – wie passend – Zweitligist KSC.
Was für seinen Einsatz spricht: Beim Heim-1:1 am vergangenen Samstag gegen Ingolstadt „zerlegte“ Chefcoach Thomas Wörle (44) seine Dreierkette, brachte zur zweiten Hälfte mit Tikvic und Torge Paetow (31) für Lucas Zeller (26) und Tim Dietrich (23/Knieprobleme) gleich zwei frische Verteidiger. Um für mehr defensive Stabilität zu sorgen. Die Rechnung ging auf, Preußen ließ hinten nicht mehr allzu viel anbrennen. Schon ein Fingerzeig für die Aufstellung gegen Karlsruhe?
Tikvic wiegelt sämtliche Spekulationen ab und stellt erst recht keinerlei Forderungen. Stattdessen verspricht er nur: „Der Trainer trifft die Entscheidungen. Wenn er mich braucht, bin ich auf jeden Fall bereit. Und werde alles für das Team, die Anhänger und den Verein geben, was ich in der kompletten Vor-Saison nicht machen konnte.“ Hilflos mit ansehen zu müssen, wie Münster in die 3. Liga abstieg, tat zusätzlich weh...
Jetzt womöglich sein Neustart. Wieder gegen den KSC. So könnte sich für den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte (rund 800.000 Euro) der Kreis schließen. Bis dahin liegt allerdings noch eine ganze Trainingswoche vor den Wörle-Jungs. Jede einzelne Übungseinheit ist eine weitere Herausforderung – für alle von ihnen. Tikvic: „Ich konzentriere deshalb auch nur auf meine tägliche Arbeit und weniger auf den Gegner. Obwohl Karlsruhe für mich natürlich schon mit etwas mehr Emotionalität verbunden ist. Aber das steht erst einmal hinten an.“
Dafür der Erfolg seiner Mannschaft im Vordergrund. „Unser Ziel ist es, in die zweite Hauptrunde einzuziehen. Wir wollen's den favorisierten Gästen mit der Unterstützung unserer tollen Fans so schwer wie möglich machen,“ hofft Tikvic auf einen stimmungsvollen und erfolgreichen Abend im Preußenstadion. Ein Sieg vor eigenem Publikum ist ohnehin längst überfällig. Der bislang Letzte gelang am 31. Oktober 2025 mit 2:1 gegen Holstein Kiel. Danach folgten nur noch acht Unentschieden und fünf Niederlagen.
● Die zweite Runde im Westfalenpokal ist inzwischen terminiert. Nach dem 3:0-Auftakterfolg bei Oberligist SpVgg Vreden müssen die Preußen am 26. August beim SSV Buer in Gelsenkirchen ran.
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