Auftakt gegen Bayern - Union Berlin greift die Spitze an
Dieses Auftaktspiel knallt richtig: Am 21. August eröffnet Meister Bayern beim 1. FC Union Berlin die Saison. Die Berlinerinnen sind das aufstrebende Team der Frauenfußball-Bundesliga. Kein anderer Verein ist so zielstrebig auf Erfolg und Entwicklung ausgerichtet. Das ärgert viele Konkurrenten. SPORT BILD zeigt die Pläne der Köpernickerinnen.
Für diese Saison gibt Geschäftsführerin Jennifer Zietz (42) die „Top 5“ als Saisonziel aus – im zweiten Jahr nach dem Aufstieg. Im Gespräch mit SPORT BILD sagt sie: „Unser Ziel ist, weiter nach oben zu kommen. Wir wollen in die Spitze. Unser Engagement und Investment zielen darauf ab, dass wir international spielen.“
Dafür hat Union einen starken Kader zusammengestellt. Im Sommer kamen mit Lisanne Gräwe (23) und Jella Veit (21) zwei Nationalspielerinnen aus Frankfurt. Dazu die belgische Nationalspielerin Jill Janssens (22/aus Hoffenheim) und die schweizerische Auswahlspielerin Leela Egli (19/Freiburg). „Ich möchte, dass möglichst viele Spielerinnen erleben können, an der Alten Försterei zu spielen und unter Top-Bedingungen zu trainieren“, sagt Zietz. Und: „Ich möchte, dass die Liga gute Fußballerinnen behält. Deshalb schrecken wir auch vor Namen nicht zurück.“
Union kontaktiert prominentere Spielerinnen, kassiert dabei Absagen, weil der Verein noch nicht in der Champions League spielt. „Viele Spielerinnen, die wir ansprechen, möchten sich sportlich verbessern. Sie wollen Erfolg. Spielerinnen möchten nicht fünf Jahre lang auf demselben Tabellenplatz hängenbleiben“, sagt Zietz. „Wir geben ihnen eine Perspektive, Schritte zu gehen. Wir müssen auf dem Platz liefern, um dann weitere gute Spielerinnen ansprechen zu können.“ Dabei muss sich die ehrgeizige Managerin selbst bremsen. „Es braucht Zeit, aber wir sind sehr ungeduldig“, sagt sie.
Seitdem Zietz vor drei Jahren zu Union kam, hat der Frauenfußball dort Riesenschritte gemacht. Sie erinnert sich: „Damals wurde mir gesagt, dass Union den Frauenfußball professionalisieren und irgendwann auch international spielen möchte.“ Die Ansage wurde immer wieder mit Taten untermauert. Schon in der Regionalliga machte Union die Spielerinnen zu Profis, hatte festangestellte Trainer und Physiotherapeuten, ließ die Frauen mit ins Nachwuchsleistungszentrum einziehen. „Es gab einige Abteilungen, die dadurch zurückstecken mussten. Und dennoch haben uns alle unterstützt“, sagt Zietz und sieht das exemplarisch für den Geist im Klub: „Man spürt in diesem Verein, dass es alle gut finden, dass Frauen die gleiche Bühne bekommen wie Männer.“
Daher spielten die Frauen bald auch im Stadion An der Alten Försterei. Inzwischen haben sie dort den besten Zuschauerschnitt der Liga (8200). Ende des Jahres ziehen die Frauen in ein neues Profi-Leistungszentrum, das ein Sinnbild für gleiche Bedingungen ist. Denn die Trakte der Profi-Frauen und ‑Männer sind komplett gleich aufgebaut. „Wir haben sehr gute Rahmenbedingungen. Es gibt viele Spielerinnen, die zu uns kommen und sagen: Das habe ich in meinem Bundesliga-Verein nicht so“, sagt Zietz.
Auch eine wichtige Entscheidung: Marie-Louise Eta (35) ist neue Cheftrainerin. „Sie hat selbst gespielt, hat bei den Männern ausgeholfen.
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