Fifa-Präsident: Infantino gibt keine befriedigenden Antworten bei brisanter Befragung
Gianni Infantino hat bei der mit Spannung erwarteten Sitzung des Fifa-Rates um Entschuldigung gebeten.
Wichtige Fragen beantwortete er aber nicht.
Nach der brisanten Befragung von Gianni Infantino trat Bernd Neuendorf die Heimreise ziemlich ernüchtert an. „Wir haben sehr viele kritische Fragen gestellt, befriedigende Antworten hat es aus meiner Sicht nicht gegeben“, sagte der „ein bisschen enttäuschte“ DFB-Chef nach der rund dreistündigen Sitzung des Fifa-Councils am Donnerstag in Zürich.
Der Fifa-Rat ist das höchste Entscheidungsgremium des Weltverbandes.
Er habe nicht das Gefühl gehabt, „dass die Fifa oder der Präsident bereit waren, zu kritischen Fragen dezidiert Stellung zu nehmen, was seine Rolle betrifft in den verschiedenen Vorgängen“, sagte Neuendorf, es sei darauf hingewiesen worden, dass offene Fragen „möglicherweise noch schriftlich“ vor der nächsten Council-Sitzung im Dezember in Doha beantwortet würden.
Gianni Infantino klingt „durchaus reumütig" Infantino entschuldigte sich beim ersten Aufeinandertreffen mit seinen Gegnern seit dem Ausbruch des Machtkampfes für sein Vorgehen rund um den gescheiterten Investorendeal, seine Kritiker besänftigte dies kaum – sie fordern weiter seinen Rückzug.
Das Vertrauen sei nach den Ereignissen rund um die WM „vollständig verloren gegangen“, führte Neuendorf aus.
Die Council-Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (Uefa) hatten im Vorfeld mehrere brisante Punkte auf die Agenda gehoben: darunter Infantinos Vorhaben, Anteile an Fifa-Turnieren an Personen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen, die Verleihung des Fifa-Friedenspreises an Trump oder der „Fall Balogun“ bei der WM.
Die englische Verbandschefin Debbie Hewitt teilte mit: Infantino habe „durchaus reumütig“ geklungen, an ihrer Haltung habe sich aber nichts geändert. „Ich habe keine neuen Informationen erhalten, die mich meine Haltung anders beurteilen lassen als vor der Sitzung“, sagte die 63-Jährige.
Arbeitsgruppe für Reformen beschlossen Beschlossen wurde die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die sich mit möglichen Reformen im Weltverband beschäftigen soll und auf einen Vorschlag des asiatischen Verbandschefs Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa folgt.
Für diese gebe es keinen Zeitplan, Infantino dürfe aber nicht „derjenige sein, der in einer solchen Arbeitsgruppe jetzt neue Maßstäbe setzt“, betonte Neuendorf ausdrücklich.
Infantino war infolge seines gescheiterten Investorenvorhabens unter Druck geraten.
Er stellte unlängst Reformbereitschaft sowie Auszahlungen aus den Fifa-Reserven an die Mitgliedsverbände in Aussicht.
Einen Gegenkandidaten der Uefa für die Wahl im März 2027 in Rabat/Marokko gibt es noch nicht.
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